Die Farben sind das Rohmaterial, die ausufernde Emotion im Bild,
die Erreger, die Drogen, die Lustmacher, bieten sich aber auch als
„Wegweiser der Verwirrung“ an. Ein falscher Farbton im Bild kann
dieses in die Knie zwingen, wie zuviel Salz in der Suppe.

Das Arsenal der Formen, die man sich im Laufe der Zeit aneignet,
den Buchstaben des Alphabets vergleichbar, sind die Bausteine,
die den formlosen Farben Halt und Richtung geben. Diese Form
und Farbteile versuche ich auf dem Bildträger in Fahrt zu bringen,
im Zustand eines „wachen Schlafes“, indem ich sie aneinander reibe,
verkante und durch Schichtung zu einem räumlichen Gebilde verdichte,
bis ein Eigenleben im Bild entsteht und Schönheit in dem mir fremden
Körper des Bildes aufscheint.

Heiko Herrmann März 2003



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